Posted by: tnowotny | January 27, 2011

letter to the editor “die Presse”

In Januar of this year Bruno Kreisky would have turned 100. Countlessevents have been organized to commemorate his era; most of them a bit nostalgic. Conservatives could not completely hide their anger and envy. One of them,  namely ex Chancellor Schüssel, vented them in an interview with  “die Presse”,  denigrating Kreisky’s economic legal and foreign policies,  but cynically praising him for  having opened the doors for his, Schüssels,  own and very controversial coalition with the extreme  right wing Freedom Party of Jörg Haider.

I reacted with a letter to the editor printed below. Most of ith was published in”die Presse” of January 27th

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In einem Interview in der Ausgabe der Presse vom 22. Jänner hat es Ex Bundeskanzler Wolfgang Schüssel für notwendig erachtet Bruno Kreisky zu unterstellen, sowohl mit Wirtschaftspolitik wie auch mit Justizpolitik „nichts am Hut gehabt zu haben“. Überdies sei er auch ein schlechter Außenpolitiker gewesen.

Nun ja.

Hauptsächlich scheint es Schüssel  in diesem Interview aber darum zu gehen,  Bruno Kreisky als Kronzeugen für die Legitimität seiner Koalition mit der Haider FPÖ zum missbrauchen. Durch die „stille Koalition“ mit Friedrich Peter in der Zeit der Minderheitsregierung 1970 -1971; und durch die von ihm eingeleitet Koalition der Sozialdemokraten mit der FPÖ Norbert Stegers hätte Kreisky der ÖVP die Tür für deren späteres Zusammengehen mit  der FPÖ Jörg Haiders geöffnet.

Nun ist dazu anzumerken, dass die liberale Partei Peters und Stegers nicht jene rechtsradikale ist,  in die sie Jörg Haider nach seinem „Putsch“ im Jahre 1986 umgeformt hatte. Anzumerken ist auch, dass die Sozialdemokraten aus diesem Schwenk der FPÖ  den Schluss gezogen haben,  dass ein gemeinsames Regieren mit ihr  nicht möglich ist und zum Schaden Österreichs wäre. Die Sozialdemokraten sind daher um Österreich willen unter Franz Vranitzky  zur der  für jede Großpartei unangenehmen  und politisch kostspieligen  Regierungsform einer großen Koalition zurückgekehrt.

Schüssel hat das anders gesehen. Ob er recht gehabt hat wird man ja in gebührenden historischen Abstand an den innen – und außenpolitischen Folgen des Mitwirkens dieser rechtsextremem Partei  beurteilen können; vielleicht auch schon an Hand der Ergebnisse verschiedener, jetzt anhängiger Gerichtsverfahren gegen ehemalige FPÖ Regierungsmitglieder und deren Mitläufer.

Was Kreisky betrifft so kann man ja in dessen Memoiren nachlesen, was er über Haider gedacht hat.

Dozent  Thomas Nowotny

Von 1970 bis 1975 Sekretär von Bundeskanzler Kreisky

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