Posted by: tnowotny | February 20, 2014

On Eva`s birthday – an attempt in verses

EVA – EIN EPOS IN VERSEN

Ganz unaufhaltsam kommt der Tag,

da sich der Jahre Pendelschlag

zu einer runden Summe sich addiert

und man auf einmal inne wird,

dass Leute einem anders sehen,

als  Fotos, die im Führerschein noch stehen.

Gar Manchem ist das nicht genehm,

die Uhren rückwärts will er dreh‘n,

als forscher noch der Schritt und kecker noch der Blick.

Doch ist nicht weise, wer so will zurück.

Er oder Sie – sie schütteln ab, was eines Lebens satte, gute Ernte wäre

Die – liebe Eva – reicht Dir voll zur Ehre

Sehr viele Zeugen gibt es wohl dafür.

Die wichtigsten, die stehen hier.

 

Schon in den aller ersten Deiner Tagen,

eh noch die Lebens – Jahres – Uhr hat Zehn geschlagen

hast Du, selbstsicher rücksichtsvoll, diszipliniert,

Familie,  Freunde, Mitschüler organisiert.

Schulanfänger hattest freundlich Du gebeten,

das Klassenzimmer furchtlos zu betreten.

Der Häuptling warst Du  bei den Indianerspielen;

beim Lernen Erste unter vielen.

 

Zehn Jahre später, und nachdem die hormonellen Stürme abgeflaut,

Ist die Person der Jubilarin nunmehr fest gebaut.

Einhundertachtundachtzig Zentimeter hoch ist sie

und blickt nun selbstbewusst, doch voller Empathie,

 

auf mindre Knaben die auf Kränzchen, Parties oder Bällen,

so gerne wollten sich ihr zugesellen.

 

 

Noch größer, höher ist indessen jetzt,

was sich in ihrem Innr‘en hatte festgesetzt

Literatur, Geschichte und Musik – sie waren mehr, als Pensum einer Mittelschülerzeit;

 

sie formten die Person und machten sie bereit,

sehr vieles zu erkenne und versteh‘n;

zu wissen um des Lebens Tiefen und des Lebens Höh’n.

Der Zeit entsprechend hat dies Niederschlag gefunden

in schwarzer Kleidung und in langen Stunden,

in denen man der Existenzen dunkle Leere

erörtert hat in rauchdurchdrungn‘er Atmosphäre:

 

Im Gegensatz zu solcher  Düsterheit stand freilich dann der Schule Tageshelle;

 

und Eva war auch stets zur Stelle,

wo es ein Amt zu füllen gab.

Schulsprecherin, das wurde sie sogar,

und schloss mit Vorzug das Maturajahr.

 

Diskret so wollen wir nun übergeh’n,

die Jünglinge, die sie da kommen sah und geh’n.

Da keiner sie so fesseln konnte blieb von diesen sie recht unbeschwert

 

und hat mit voller Kraft dem Studium sich zugekehrt.

Der Germanistik und der Geschichte Wesen –

seelenverwandt ist Eva es gewesen.

In keinem Fall geriet das Studium ihr zur Bürde,

und das auch nicht im Anlauf auf die Doktor – Würde.

Fast so als hätt‘ die Zukunft sie vorhergeahnt,

hat Eva’s Dissertation den Fürsten Metternich zum Gegenstand.

 

Die Disziplin im Studium, sie wiegt wohl umso mehr,

da der Familie ringsumher

großbürgerliche Sicherheit zusammenbrach,

und Eva  sich in all dem Ungemach

nicht selbst bloß zu behaupten wusste,

sondern auch andern Stütze werden musste.

 

Die Generation „Prekariat“ – sie jammert heut zu Recht.

Jedoch auch damals waren Chancen manchmal schlecht,

gleich ein  guten Job zu finden; und darum

suchte auch Eva  vorerst viel herum.

Ein Lehramt da; und zwischendurch ein Job in der Creditanstalt sodann –

 

das hat gewiss  sehr viel dafür getan,

dass Eva weder  Lehrer noch auch Banker werden sollte.

 

Doch wie das Schicksal dann so wollte,

eröffnete sich `ne Karriere

in Medizin – Geschichte – Lehre.

Hinfort als Assistentin sie firmiert,

doch blieb der Ehrgeiz limitiert,

umgeben von wachs – starren Präparaten

menschlicher Leichen zu erraten,

welch Bürde einst ertragen haben muss

des Kaisers Proto – Medicus.

So dass ihr schließlich deutlich wird,

wie sehr sie all das fadisiert.

 

Zurück zur breit‘ren, weit‘ren Welt

sehnt sie sich, und  so fällt

ihr Auge auf ein Inserat des Ministeriums für Äuss’re Angelegenheiten;

 

gesucht so würden, heißt es in den Zeitungsseiten,

Bewerber die bereit sich fänden,

für Österreichs Kultur im fernen Landen sich zu verwenden.

Nun: der Entschluss ist schnell gefasst; die Aufnahmsprüfung glänzend absolviert;

 

und – schwuppsdi – wupps – die neue Attacheuse wird

umgehend für die Presse eingesetzt.

Das weit‘re Schicksal, das entfaltet schnell sich jetzt.

 

Doch Achtung: noch bevor von hier wir vorwärts eilen,

müssen ein wenig wir verweilen.

Göttin Fortuna müssen Dank wir zollen, denn sie hat verklickt

Zwei Leben die stets inniger verstrickt.

Grad so, als hätt‘ die Göttin Zeit und Ort gewählt, als wie

dass zueinanderfänden Zweie, die

sich gegenseitig Stütze,  Glück und Trost bescheren sollten;

nicht bloß nur neben- sondern miteinander leben wollten.

Die große Seele Eva’s sie umfing von nun an nicht nur Thomas’s Leben;

 

Auch seiner Tochter hat sie nun stets, Halt, Stetig- und Geborgenheit gegeben.

 

 

So wie der Rose Ranke sprießt

Und ganz von selbst nach oben schießt,

so wuchs auch Eva’s Karriere wie von selbst; und das obschon,

der Start nicht eben kam aus einer Pole – Position,

denn ziemlich weiter unten in der Posten Hierarchie

stand erster Evas, die

bloß Zugeteilte an dem Institute werden sollte,

das österreichische Kultur von Kairo aus bewerben   wollte.

Als Kompensation dafür, da hielt das Land sehr viel für sie bereit;

vor allem auch die vorher nie gekannte Leichtigkeit

des Daseins unter einem immer blauen Firmament.

Sie schied mit  leichtem Herzen dennoch dann am End.

 

Es lockt New York: beruflich wie auch sonst ein hehres Ziel.

Denn wer noch jung ist gäbe da nicht viel,

um die Dynamik dieser Stadt in seinen Adern pulsen lassen.

Für Eva war das nun ein großer Sprung. Sie konnte erstmals fassen

als Zugeteilte unsrer Mission zu den Vereinten Nationen

den Zipfelhoher Aussenpolitik. Das sollte sich dann reichlich lohnen

mit ehrenvollen Posten in dem Vorsitz mancher Kommissionen.

 

Vor allem aber hat sich so ihr Ruf gemehrt;

 

und als dann Österreich‘s Kanzler Sinowatz erklärt

 

in seinem Kabinett da fehle noch ein Diplomat,

 

zu Eva man gegriffen hat.

 

Dramatisch wurde so falsifiziert,

die Theorie die zeigen will, dass jede Karriere unweigerlich zu einem Posten führt,

 

dem der dann so Bestellte nicht entsprechen kann.

Gewiss nicht Eva. Sie gewann

Respekt sich selbst von  jenen Mandataren,

die in polit’scher Hinsicht völlig andrer Meinung waren.

 

Als dann nach einigem Tam – Tam,

zwei  Jahr darauf ein neuer Kanzler kam,

hat dieser sie ins neue Team gern integriert

wobei sie ihm zur festen Stütze wird;

in einer Ära, wo das Rad

weltweiten Wandels rasch gedreht sich hat.

Auch gilt es nun, der eigenen Geschichte Dunkel aufzuhellen,

und sich daraus erfließender Verantwortung zu stellen.

Ein guter Sekretär, er  wird es niemals sagen,

wie viel er zu all dem beigetragen.

Es langt zu wissen, dass der  Beitrag nützlich war geraten,

für jene, die ihn öffentlich verwertet hatten.

 

So flossen schnell zehn Jahre hin.

Jedoch nur selten merkt man solcher Zeiten Fluss; und das selbst dann noch nicht,

 

wenn man im Spiegel täglich sieht das eigene Gesicht.

Doch plötzlich wird man aufgeweckt,

wenn an den Kindern man entdeckt,

dass sie schon längst die eig‘nen Wege geh’n,

nicht länger mehr im elterlichen Bannkreis steh’n.

Flügge geworden haben sie das Nest verlassen,

um uns dann etwas später zu verpassen,

dass die Magisterwürde ohnehin schon längstens einkassiert,

und dass man demnächst Schwiegermutter wird.

Etwas perplex zunächst, wird bald drauf festgestellt,

wie sehr dies neue Arrangement gefällt.

Nicht mehr bloß eine;  zwei Familien umfasst nunmehr der Kreis,

in dem man sicher sich, stets sehr vertraut und nah sich weiß.

Zwei Enkel  stützen das geheime, starke Streben,

in irgend einer Form auch in der Zukunft weiterhin zu leben.

 

So um die dreißig Jahre ist es her, dass Eva ihrer Pflicht im Kanzleramt entrann

 

Und eine neue Diplomaten – Karrier‘  begann.

Vier Spitzen – Posten sind ihr zugefallen:

Paris, und London, später dann Washington; doch auch vor allem

im Ministerium die Leitung jener wicht’gen Sektion,

die Feder führt bei  Öst’reichs Wirken in  Europas Union.

 

 

Nie je zuvor ist vorgekommen, dass ein Diplomat

 

all diese Spitzenpositionen, eins nach der andren, aufgefädelt hat.

 

Und das als Frau! In fester aber ruhiger Art ist sie durch jene gläs’nre Wand gegangen,

 

an der so viele Frauen vor ihr festgehangen.

Daneben gab es, was dann auch noch Premiere hatte;

dass nämlich auf den vielen Auslandsposten der geliebte Ehegatte

 

mehr sein durfte als nur schmucke Dekoration,

sondern sich selbst, als eigenständige Person

beruflich hat entfalten können.

Als Präzendenzfall  wäre auch das zu nennen.

 

So ziemlich pünktlich zur gesetzlich vorgegeb‘nen Zeit

zieht Eva sich zurück aus der Beamtentätigkeit.

Sie ist entschlossen, deren Zwänge hinter sich zu lassen,

um nun auf neuen Feldern Fuß zu fassen.

Einschlägige Angebote prasseln nieder – zwar  keins davon mit Honorar verbunden;

 

doch Eva hat es dennoch schwer gefunden

sie abzulehnen. So entschwand

die Ruhe aus dem Ruhestand.

 

Wer kennt die Institute, nennt der Programme Namen,

die zu einem Wust von viel Verpflichtung hier zusammenkamen?

 

Es ziemt sich dennoch aufzuzeigen jene zwei, deren Gewicht,

 

besonders in die Augen sticht:

 

das ist der Vorsitz in dem Rat der Wiener Universität, und gleich

danach auch schon

 

die Präsidentschaft über die  UNESCO Kommission.

 

 

Was steckt nun hinter  diesen beruflich so erfolg – gelad‘nen Leben?

Ist es Ergebnis bloß von Ehrgeiz und dem Streben,

stets vorn zu sein, und andre sehen lassen

wie klug man ist; und ihnen zu verpassen

ein Quäntchen Zweifel ob  der eigen Unzulänglichkeit?

Nur wer sie nicht kennt wär zu solchem Fehlurteil bereit.

 

Gewiss – die Intelligenz ist offensichtlich, ebenso der Fleiß;

 

wie auch, dass sie sehr vieles weiß;

 

mit n’em Gedächtnis,  in  des breiten Wänden

 

selbst viele Bände „Brockhaus“ Platz noch fänden.

 

 

Doch all das greift zu kurz; rührt an der Oberfläche nur zeigt uns nicht

was nun der  Wärme, Ehrlichkeit und Empathie entspricht

 

mit der sie mehr als bloß durch den  Verstand

 

so viel Leute an sich band.

 

 

Der Mensch, er ist ein weites Land.

 

wir können nicht mit unserer Hand

 

Schicht um Schicht von ihm herunter schaben

 

um uns am Kennen  seines Innersten zu laben.

 

 

So bleibt nur Demut und der Dank

Den alle wir ihr  schuldig sind

 

Wie legen ihn, n‘en Blumenteppich gleich, zu ihren Füssen

 

Und wolle sie zu ihrem wohlverdienten Ehrentag

 

Aus vollem Herzen grüßen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Categories

%d bloggers like this: